Wunderbare alte Gemüsesorten

Auffällige Schönheit, der Erdbeerspinat. Die schönen Beeren täuschen: Die Blätter werden wie Spinat zubereitet, die hübschen Beeren sind zwar essbar, haben aber nicht viel Geschmack.

Auffällige Schönheit, der Erdbeerspinat. Die schönen Beeren täuschen: Die Blätter werden wie Spinat zubereitet, die hübschen Beeren sind zwar essbar, haben aber nicht viel Geschmack.

Dieses Jahr experimentiere ich zum ersten Mal mit Gemüse in meinem Garten. Da ich ein ziemliches Greenhorn diesbezüglich bin, muss ich mich kräftig einlesen. Dabei bin ich auf ein wundervolles Buch gestossen, das auch interessant ist für alle, die Gemüse lieber essen als anbauen.

 

Zu entdecken gibt es violetten Blumenkohl, gelbe Bohnen, schwarze Tomaten, verschiedene rote, violette Blattgemüse und, und, und. Das sind nicht etwa Züchtungen launiger Gentechniker. Nein, das sind alles alte Sorten, die eine lange Kulturgeschichte bei uns in Mitteleuropa haben; einiges war lange Zeit fast vergessen. Zum Glück wurden doch sehr viele dieser speziellen Gemüsesorten gerettet und sind heute wieder erhältlich. Was gibt es in diesem Buch nicht alles zu entdecken! Und welche Abwechslung wäre auf dem Teller möglich! Nicht nur Tomaten, Zucchini, Peperoni und dann wieder von vorn. Das Buch macht einfach Lust auf Gemüse.

 

Neben den wunderschönen Fotos von Franca Pedrazzetti und Beat Brechbühl (ihr kennt Beat Brechbühl vielleicht, er hat auch schon fotografiert für die Betty Bossi Bücher), glänzt das Buch mit einer Fülle an Informationen: 800 Gemüsesorten werden vorgestellt mit Geschichte, Merkmalen, Infos zum Anbau und Tipps für die Verwendung in der Küche.

 

Hier eine kleine Auswahl an leckeren Beautys:

 

 

 

Gelbes Posthörnli: stark gekrümmte gelbe Bohne, sie wird wie ihre grüne Verwandte zubereitet.

Gelbes Posthörnli: stark gekrümmte gelbe Bohne, sie wird wie ihre grüne Verwandte zubereitet.

Die Bohnenkerne des gelben Posthörnchens sind überraschenderweise dunkel-rotbraun gefärbt.

Die Bohnenkerne des gelben Posthörnchens sind überraschenderweise violett-braun gefärbt.

Lässt man Gartenmelden auswachsen, werden sie 1,80 Meter hoch und bilden dekorative Samen.

Lässt man Gartenmelden auswachsen, werden sie 1,80 Meter hoch und bilden dekorative Samen.

Grüne Zebra: eine sehr attraktive und aromatische Salattomate.

Grüne Zebra: eine sehr attraktive und aromatische Salattomate.

Suppenerbse Rupp: getrocknete Bohnenkerne für Suppen, junge Schoten wie Kefen verwenden.

Suppenerbse Rupp: getrocknete Bohnenkerne für Suppen, junge Schoten wie Kefen verwenden.

Rosalind: Diese Diva verliert ihre schöne Färbung leider durchs Kochen.

Rosalind: Diese Diva verliert ihre schöne Färbung leider durchs Kochen.

 

 

Glücklicherweise begeistern sich nicht nur Hobby-Gärtner für alte Sorten, auch immer mehr Gemüsebauern entdecken die alten, robusten Sorten. Wer über Bauernmärkte schlendert, entdeckt immer häufiger alte Sorten, die Vielfalt an Tomaten wächst Jahr für Jahr. Aber auch überraschende Salate, eine Vielfalt an Bohnen und Auberginen findet man. All diese Farben – einfach nur schön.

 

Leider begeistern sich aber noch andere für die schönen Gewächse: Myriaden von Schnecken und freche Läusen auf meinen jungen Pflänzchen lassen mich bangen, ob sie uns noch etwas übrig lassen, damit wir diese alten Sorten auch noch probieren können. Gespannt sind wir ja! Denn schon oft haben uns alte Gemüsesorten mit ihrem tollen Aroma verblüfft! Meist sind sie würziger und kräftiger als ihre modernen Kollegen. Wenn es nicht recht klappen sollte, weiss ich jetzt wenigstens, worauf ich auf dem Markt Ausschau halten muss, weil ich es unbedingt probieren will.

Bildnachweis: Fotografie © Franca Pedrazzetti, Beat Brechbühl, AT Verlag / www.at-verlag.ch

 

9783038006206[1]

Das Lexikon der alten Gemüsesorten
Marianna Serena, Michael Suanjak, Beat Brechbühl, Franca Pedrazzetti
Umfang: 672 Seiten, über 800 Fotos, inkl. Bezugsquellen
AT Verlag, Herausgeber ProSpeciaRara