Randentarte

Rand(en)notiz

Hat sich Euer Geschmack beim Essen über die Jahre auch verändert? Ich zum Beispiel konnte Randen sehr lange überhaupt nicht leiden. Der Ursprung meiner Randen-Aversion liegt bestimmt in meiner Kindheit. Ich erinnere mich zum Beispiel, wie meine Schwester – eine im Gegensatz zu mir vorbildliche Esserin – neben mir genüsslich ihren Randensalat ass, während ich gegen den Brechreiz ankämpfte. Meine Mutter sagte dann immer „Iss, Randen sind gut fürs Blut“. Ihr müsst wissen, ich war immer ein blasses Kind und wahrscheinlich dachte meine Mutter, ich bekäme von der Rande einen rosigeren Teint. Mich aber schauderte beim Anblick der saftenden Rande auf meinem Teller nur noch mehr, wenn gleichzeitig von Blut die Rede war.

Nach vielen Jahren in der Betty Bossi Zeitungsredaktion und unzähligen Testessen habe ich die meisten Vorurteile gegenüber Lebensmitteln aber abgelegt, und ich habe gelernt, dass mir Randen durchaus schmecken können. In Form von Salat mag ich sie immer noch nicht sonderlich, aber in Form dieser herzhaften Tarte sind sie göttlich gut!

Wer sie nachbacken will, findet unten den Link zum Rezept.

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Ach, und übrigens: Randen enthalten Eisen, das die Blutbildung fördert, aber besonders viel ist das nicht (ca. 1 mg / 100 g und benötigt werden 10-15 mg pro Tag) da fährt man mit anderem besser, zum Beispiel mit Linsen oder Quinoa (je ca. 8 mg/100g) . Weil aber Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln vom Körper schlechter aufgenommen wird als aus tierischen, sind die besten Eisenliefaranten immer noch Fleisch und Fisch.

Einen rosigen Teint kann mein Rezept also nicht versprechen – dafür viel Genuss!

Rezept Randentarte