Ran an den Speck, Sweety!

Das ist keine Aufforderung zum Abnehmen. Eher das Gegenteil, würde ich meinen. Aber als ich dieses knusprige Knabberzeug zum ersten Mal im Internet gesehen habe, wusste ich, dass ich Candied Bacon einfach ausprobieren muss. Speck galt ja lang als ungesunder Dickmacher, kommt aber jüngst

dank Paleo und ketogener Diät wieder vermehrt ins Rampenlicht, weil viel Fett essen gemäss diesen Theorien gesund ist. Und schliesslich ist Speck ja etwas sehr Feines. Was ich besonders spannend finde, ist die Idee, etwas Pikantes und Geräuchertes in Zucker zu caramelisieren, quasi ein Speck-Bonbon herzustellen. Ausgesehen hat es auf den Bildern jedenfalls super lecker.

Also hab ich mich ans Werk gemacht. Ein Universalrezept scheint es nicht zu geben; einige Rezepte verwenden Vollrohzucker, andere hellen Rohzucker, wieder andere zusätzlich noch Ahornsirup oder kochen aus einer Zuckermischung mit Whisky einen Sirup. Dann findet man auch Rezepte mit Chiliflocken, zerdrückten Pfefferkörnern oder Chilipulver. Einige wenden die Specktranchen nach der Hälfte der Backzeit, andere nicht.

Ich habe mich bei meinem ersten Versuch für eine einfache Variante ohne Wenden und Gewürzbeigabe entschieden. Ersteres, weil ich es einleuchtend fand, dass der Zucker ja flüssig wird und somit die Speckunterseite ebenfalls damit in Kontakt kommt, also kann man sich das Wenden schenken (was sich auch bewahrheitet hat). Bei den Gewürzen hatte ich die Befürchtung, dass sie im heissen Caramel eh verbrennen, hab dann aber doch bei der Hälfte Chilipulver und Pfeffer draufgemacht, bei der andern Hälfte nicht. Fazit: Die Scharfmacher habe ich nicht mehr rausgeschmeckt, man kann sie also getrost weglassen. Und so hab ich meinen Candied Bacon gemacht:

Bratspecktranchen nebeneinander auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.

Bratspecktranchen nebeneinander auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.

Rohzucker darüberstreuen, leicht andrücken.

Rohzucker darüberstreuen, leicht andrücken.

 

Nach dem Caramelisieren auskühlen und fest werden lassen.

Nach dem Caramelisieren auskühlen und fest werden lassen.

Candied Bacon

  • Ofen auf 200 Grad vorheizen.
  • 1 Päckli Bratspeck (ca. 180 g) auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen. Die Speckscheiben sollten sich nicht berühren, sonst kleben sie danach zusammen. Wird mehr Speck verwendet, zwei Bleche verwenden.
  • 125 g Rohzucker darauf verteilen, leicht andrücken.
  • Caramelisieren: ca. 10 Min. in der Mitte des Ofens, herausnehmen, auskühlen.

Wichtig: Da die Speckscheiben nach dem Herausnehmen im heissen Caramel liegen, bräunen sie noch weiter und werden noch knuspriger! Lieber etwas zu früh als zu spät aus dem Ofen nehmen. Mein erster Versuch war definitiv zu lange im Ofen und entsprechend dunkel geworden. Fein zum Essen wars trotzdem, aber die kandierten Speckstreifen waren zu dunkel.

Etwas dunkel geworden, mein erster Versuch, aber lecker war es trotzdem.

Etwas dunkel geworden, mein erster Versuch, aber lecker war es trotzdem.

In einigen Rezepten wird der Speck dicker geschnitten. Bei meinem zweiten Versuch hab ich das auch ausprobiert und einen Kochspeck (ca. 450 g) mit der Aufschnittmaschine in ca. 4 mm dicke Streifen geschnitten. Es geht zwar gut, mir haben die dünnen Tranchen aber besser geschmeckt.

Tipp: Da ich ein Chilifan bin, wollte ich doch noch eine scharfe Variante ausprobieren. Und so klappts auch: Beim Auskühlen Chilipulver oder -flocken über den noch leicht flüssigen Caramel streuen, so verbrennt nichts und die Schärfe bleibt samt Aroma erhalten.

Und wie geniesst man Candied Bacon? Als Snack, zum Apero, zu cremigem Weichkäse; aber auch zu Süssem und Desserts passt er, zum Beispiel zu Rotweinbirnen, Vanilleglace, getoasteten Soft-Waffeln mit Schlagrahm.