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Protein-Power

Wie sieht es bei euch aus, seid ihr ausreichend mit Proteinen versorgt? Diese Frage stellen sich zur Zeit anscheinend viele Leute und machen sich auf die Suche nach guten Proteinquellen, durchaus nicht nur an der Fleisch- und Fischtheke…

Seit einiger Zeit finden sich fast überall sogenannte Protein-Teigwaren auf der Basis  von Hülsenfrüchten wie Edamame, roten Linsen, schwarzen Bohnen oder Sojabohnen.

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Von links nach rechts: Spiralen aus roten Linsen, Nudeln aus scharzen Bohnen, Nudeln aus grünen Sojabohnen (Edamame) und Sojanudeln.

Vielleicht surfen die Proteine auf grosser Welle im Kielwasser der Low-Carb-Euphorie und geben zu reden als Trendnährstoff, der nicht dick macht, dafür schlank und fit? Ich kenne Leute, die sich sehr bewusst und gesund ernähren, doch plötzlich Angst haben, dass sie mit Proteinen unterversorgt sind. Eine Bekannte trinkt nun täglich wegen des Sports (1 Stunde Yoga pro Woche!) sicherheitshalber einen Eiweiss-Shake.

Mediziner meinen, dass in Industrienationen kaum je Proteinmangel vorkommt (Ausnahmen seien ungenügend informierte Veganer und Leute mit ernsthaften Stoffwechsel- oder Organerkrankungen). Problematischer für den Körper sei dagegen ein Zuviel an Proteinen, das könne langfristig sogar gesundheitliche Schäden anrichten. Kritisch sehen die Mediziner vor allem die hohe Zufuhr von tierischen Proteinen.

Könnten da Hülsenfrüchte helfen, teilweise sogar tierische Proteine zu ersetzen? Und ist Pasta aus Hülsenfrüchten eine Alternative auch für diejenigen, die sonst Bohnen und Linsen nicht viel abgewinnen können?

Ich hab mich also einmal eingedeckt mit Hülsenfucht-Teigwaren und ein paar Gerichte ausprobiert.

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Spiralen aus roten Linsen – roh und gekocht.

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Mit den Spiralen gabs einen winterlichen Auflauf mit Speck, Wirz und Apfel.

 

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Der Auflauf war sehr fein, die Teigwaren haben nicht nach Linsen geschmeckt.

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Edamame Noodles mit Frischkäse-Erbsli-Sauce, auch sie waren sehr fein und neutral im Geschmack.

 

Die Edame-Nudeln haben zudem noch einen entscheidenden Vorteil: Sie lassen sich prima am nächsten Tag aufwämen, sie verkleben nicht und werden nicht pappig, jedenfalls die Sorte, die ich ausprobiert habe.

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Also, geschmacklich finde ich beide Teigwaren neutral im Geschmack, daher problemlos mit euren Lieblingssaucen kombinierbar. Schliesslich habe ich noch die Nudeln aus schwarzen Bohnen ausprobiert, auch sie neutral im Geschmack und mit gutem Kochverhalten.

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Und wie sieht es nebst dem Geschmack mit dem Nährwert-Profil aus? Haben diese Teigwaren tatsächlich so viel mehr Protein drin als gewöhnliche Teigwaren?

Hier ein Vergleich bezogen auf 100 g:

  • Edamame Noodles: F 4 g, Kh 28 g, E 42 g
  • Black Bean Noodles: F 4 g, Kh 28 g, E 43 g
  • Spiralen rote Linsen: F 2 g, Kh 48 g, E 25 g
  • Hörnli: F 3 g, Kh 67 g, E 14 g

Die grünen und schwarzen Nudeln haben tatsächlich einen beträchtlich höheren Proteingehalt als konventionelle Teigwaren, die Spiralen aus roten Linsen haben immerhin immer noch doppelt so viel Eiweiss als die Hörnli. Aufgefallen ist mir, dass ich von den grünen und schwarzen Nudeln nur je 80 g für ein Gericht für 2 Personen brauchte, bei den Spiralen brauchte es doch 120 g, um satt zu werden. Im Vergleich dazu: Bei Hörnli hätte ich 150 g verwendet.

Fazit

  • Die Hülsenfüchte-Pasta sättigt enorm schnell und gut, die Kohlenhydrate aus Hülsenfrüchten lassen den Blutzuckerspiegel zudem langsamer und weniger hoch ansteigen, das heisst, es kommt nicht zu dem Heisshunger wie nach Pasta aus Weissmehl, wenn der Blutzuckerspiegel wieder absinkt.
  • Hülsenfüchte-Pasta wird aus 100% Mehl aus der jeweiligen Hülsenfrucht gewonnen, das heisst, sie enthält kein Gluten, für Glutensensitive ist sie somit eine gute Alternative.
    Achtung: Zöliakie-Betroffene müssen die Packungen dennoch genau anschauen, es gibt Sorten, die aus verarbeitungstechnischen Gründen Spuren von Gluten enthalten können!
  • Vor allem die Nudelsorten liefern wirklich fast doppelt so viel Protein wie normale Teigwaren, wer also Fleisch- und Fischkonsum reduzieren möchte, findet hier eine gute Proteinquelle.
  • Die Teigwaren schmecken tatsächlich sehr angenehm und haben auch ein gutes Kochverhalten.

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Ich persönlich habe die Black Bean Noodles am liebsten gehabt, dann die grünen Nudeln gefolgt von den Spiralen, aber das mag auch daran liegen, dass ich generell nicht so gern Spiralen esse. Es spricht also nichts dagegen, hin und wieder mal eine Pasta aus Hülsenfüchten zu servieren, dennoch bleibt meine geliebte Hartweizen-Pasta der unangefochtene Liebling.

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Und hier noch die Rezepte:
Spiralenauflauf mit Wirz und Speck
Edamame Noodles mit cremiger Erbsli-Sauce
Black Bean Noodles mit Crebvetten sweet and sour

Welche Erfahrungen habt ihr mit Pasta aus Hülsenfrüchten? Mögt ihr sie? Habt ihr Favoriten?

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