Curry Miesmuscheln

Nicht mies, sondern mmmh – Miesmuscheln

Es ist voll fies, dass Miesmuscheln vom Namen her unweigerlich unangenehme Assoziationen hervorrufen. Auch ihr italienischer Name – Cozze – lässt kaum schönere Bilder im Kopf entstehen, aber ich mag sie trotzdem – nein, ich liebe sie und immer wenn ich sieim  Restaurant auf der Karte sehe, muss ich sie bestellen. Auf der Karte findet man Miesmuscheln meistens ab dem Herbst, genauer gesagt in den Monaten mit „R“.

Darf man Muscheln nur in den Monaten mit „R“ essen?

Die Zeit von September bis April gilt als die eigentlich Muschel-Saison. Lange galt die Regel, dass man Muscheln nur dann essen sollte. Dies einerseits, weil die Kühl- und Lagerungsmöglichkeiten früher nicht ideal waren, sodass die Muscheln im Sommer viel schneller verdarben und lange Transportwege einfach nicht drinlagen.

Ein weiterer Grund ist, dass Muscheln  sich von Algen ernähren, bestimmte Algensorten aber kleine Mengen Giftstoffe in der Muschel hinterlassen können. Im Sommer, wenn es besonders warm ist, verzehren die Muscheln besonders viele Algen, sodass diese Stoffe eine gesundheitsschädigende Konzentration erreichen.

Deswegen braucht man aber nie auf Muscheln zu verzichten. Die Muscheln, die man im Supermarkt kauft, werden vorher nämlich streng kontrolliert. Nach dem Fang lässt hält man die Muscheln noch eine Weile in sauberem Wasser, und gibt ihnen die nötige Zeit, allfällige Schadstoffe auszuscheiden und sich durchzuspülen. Nur von frischen Muscheln, die direkt vom Fischer kommen, sollte man im Sommer sicherheitshalber die Finger lassen.

Miesmuscheln, meine neue Express-Delikatesse

Obwohl ich Miesmuscheln sehr mag, habe ich selber noch nie welche zubereitet. „Zu umständlich“, habe ich mir immer gedacht. Zu Unrecht allerdings! Neulich habe ich es ausprobiert und war erstaunt, wie schnell mein Gericht fertig war! Ich glaube, ich werde in Zukunft öfter welche auf den Tisch bringen.

Am liebsten mag ich Miesmuscheln ganz natürlich als „Cozze marinara“, nur mit etwas Knoblauch, Weisswein und Petersilie gedämpft, dazu Crostini, fertig. Aber wenn ich den Umgang mit den Dingern schon mal wage, wollte ich auch ein neues Rezept ausprobieren.

Um sicher zu gehen, dass keine der Muscheln verdorben ist, sollte man sie vor der Verarbeitung kurz testen: Wenn man sie berührt, oder leicht auf die Arbeitsfläche fallen lässt, müssen sich die Muscheln sofort schliessen, das ist ein Zeichen dafür, dass sie lebendig, also frisch sind. Exemplare, die offen bleiben, sollte man wegwerfen, da sie verdorben sein könnten. Beim Kochen sollten sich die Muscheln allerdings wieder öffnen, weil sie sterben. Tun sie das nicht, sollte man sie ebenfalls wegwerfen.

Anschliessend werden die Muscheln gereinigt.

Muscheln waschen

Die Miesmuscheln unter fliessendem kaltem Wasser gut mit einer Bürste reinigen.

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Falls vorhanden, den sogenanten „Bart“ mit einer Schere wegschneiden, nicht herauszerren.

Dann geht es recht zackig, die Muscheln werden mit Currypaste und Kokosmilch geköchelt und sind schnell servierbereit. Wer mag, isst sie einfach so als Vorspeise, wer dagegen richtig satt werden möchte, serviert sie über Spaghetti. Mmmmmh! Ich wette, ihr wollt das Rezept jetzt gleich nachkochen. Unter dem Bild findet ihr den Link dazu.

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Spaghetti mit Curry Miesmuscheln

 

Weitere tolle Rezepte mit Muscheln findet ihr in der neuesten Ausgabe der Betty Bossi Zeitung!

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