Jetlag in der Küche

Spargeln und Erdbeeren im Februar – was denkt sich Betty bloss dabei? Als Ausrede könnte ich jetzt den Klassiker bringen: „Es ist nicht so wie es aussieht!“. Aber es ist leider genauso wie es aussieht: Spargeln und Erdbeeren. Im Februar. Okay, dann greife ich eben zu einer anderen wirkungsvollen Ausrede: „Ich kann das erklären!“. Und das kann ich zum Glück.

Uns ist der Saisonkalender von Früchten und Gemüse nicht plötzlich egal geworden, wir stecken nur gerade mitten in der Fotoproduktion für die Mai-Ausgabe der Betty Bossi Zeitung, und da dürfen Spargeln und Erdbeeren auf keinen Fall fehlen, auch wenn sie dafür viele Kilometer zurücklegen müssen.

Genau genommen verfolgen uns Spargeln und Erdbeeren schon seit Weihnachten. Denn um diese Zeit haben wir uns zum ersten Mal zusammengesetzt und uns überlegt, wie wohl die Mai-Ausgabe ungefähr aussehen sollte. Alles in allem – von den ersten Ideen, über Testkochen und Fotografieren bis zu Layout, Übersetzung und Druck – kostet so eine Zeitung enorm viel Zeit, deshalb beginnen wir tatsächlich schon so früh.

Das Arbeiten in der Betty Bossi Zeitungsredaktion fühlt sich an wie Jetlag: Körper und Geist befinden sich an total verschiedenen Zeitpunkten. Nur dass man sich davon nie richtig erholen kann. Denn im Grunde springt man ständig zwischen zwei Zeitzonen – oder eben Jahreszeiten – hin und her. Etwa wenn man nach so einem Erdbeer-und Spargel-Tag zum Fondue-Plausch eingeladen ist. Und manchmal prallen die beiden Jahreszeiten sogar aufeinander. Etwa, wenn unsere Köche mit Daunenjacke und Ski-Handschuhen draussen in der Februarkälte grillieren. Das sieht dann ungefähr so aus:

Unser Koch Marco, dick eingepackt

Ich glaub, die frieren ein bisschen...

Ich glaub, die frieren ein bisschen…

Doch so ein Küchen-Jetlag hat durch auch seine positiven Seiten. Zumindest für Wintermuffel wie mich: der Frühling ist schon halb da!