schmortopf

Hommage an Oma

Meine Oma kennt ihr seit meinem Blog Unser Familien-Gugelhopf, sie war aber nicht nur eine gute Bäckerin, sie war auch eine Schmor-Königin! Ihr kleiner oranger Schmortopf stand fast immer auf dem Herd und verströmte verführerische Düfte! Ob Speck mit Dörrbohnen, Voressen, Rot- oder Sauerkraut, immer wenn ich meine Oma besuchte, schmurgelte etwas in ihrem Gusseisentopf – selbst im Hochsommer! Früh verwitwet, musste meine Oma für sich selber schauen und arbeitete bis ins hohe Alter als Billetteuse im Opernhaus Zürich, sie war für die vordersten Reihen zuständig und gleich beim Bühneneingang postiert. Sie war mit so mancher Primaballerina und so manchem Tenor per du. Damit sie, wenn sie spät nachts heim kam, etwas zu essen hatte, kochte sie fast immer etwas vor. Das bedeutete auch, dass immer, wenn wir unsere Oma überraschend besuchten, etwas auf dem Herd stand, das nur noch gewärmt werden musste, und schon wurden wir verwöhnt.

Ihren kleinen orangen Schmortopf habe ich geerbt, und er gehört definitiv zu den Dingen, die ich auf die einsame Insel mitnehmen würde! Von Oktober bis März steht er bei mir sicher jede Woche mindestens einmal auf dem Herd und blubbert fröhlich vor sich hin. Ich liebe es, wenn die Schmordüfte sich in meiner Wohnung breit machen und ein herrliches Nachtessen versprechen.

Das schlichte Kalbsvoressen mit Kräutern liebe ich ganz besonders, denn es ist schnell im Topf und dann, ja dann schmurgelt es vor sich hin und duftet einfach köstlich. Salbei, etwas Rosmarin und Petersilie lege ich als Kräutersträusschen aufs Fleisch, so lassen sich die Kräuter nach dem Schmoren einfach entfernen. Vor dem Servieren kommt noch etwas Rahm dazu und natürlich noch frisch geschnittene Kräuter.

kalbsvoressen

 

Mit Nüdeli zusammen ist dieser Schmortopf eins meiner Lieblingsgerichte in der kalten Jahreszeit.

kalbsvoressen-mit-nuedeli

Am Donnerstag, 27.10.2016, hab ich für euch dann noch ein vegetarisches Herbstmenü parat, natürich auch mit meinem orangen Knirps zubereitet…