Hausgemachtes Tonic Water

Hausgemachtes Tonic Water

 

Wenn ich in einer Bar nicht weiss, was ich bestellen soll, sage ich meistens reflexartig „einen Gin Tonic“, denn der ist nie verkehrt. Er verkörpert Klasse und Eleganz, ist nicht süss (denn ich mag diese süssen Cocktails nicht), er ist einfach zu mixen (jeder Barkeeper schafft ihn), und die Gefahr eines Katers am nächsten Morgen ist deutlich geringer als bei anderen alkoholischen Drinks. Das liegt anscheinend am Chinin im Tonic Water. Der Bitterstoff wird aus der Rinde des Chinabaums gewonnen, er wirkt schmerzlindernd, fiebersenkend und krampflösend. Bis im 20. Jahrhundert wurde Chinarindenpulver, aufgelöst in Sodawasser, zur Vorbeugung und Behandlung von Malaria eingesetzt, denn deren typischen Symptome – Fieber, Krämpfe und Schmerzen – konnten damit erfolgreich gelindert werden. Das Tonic Water von damals enthielt bedeutend mehr Chinin und schmeckte entsprechend bitterer als heute, mit etwas Gin vermischt, wurde das Schlucken der Medizin gleich viel erträglicher – der Gin Tonic war geboren!

Das Revival von Gin Tonic und Tonic Water

Gin Tonic hat einen langen Weg hinter sich – erst war er eine Malariamedizin, dann Lieblingsdrink von Queen Mum und nach einer gewissen Zeit in der Vergessenheit erlebt der Longdrink in den letzten Jahren ein Revival: Nicht nur neue Gin-Marken drängten auf den Markt, auch beim Tonic Water gibt es mittlerweile eine riesige Auswahl an verschiedenen Sorten.

Der letzte Schrei ist selbstgemachtes Tonic Water. Ja, das geht! Die grösste Schwierigkeit dabei dürfte das Auftreiben von Chinarinde sein. Am besten fragt man in einer Apotheke danach, ich habe sie in der St. Peter Apotheke in Zürich gefunden.

Chinarinde

Chinarinde, die wichtigste Zutat in selbstgemachtem Tonic Water.

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Neben Chinarinde braucht es für Tonic Water auch diverse Zitrusfrüchte, Pimentkörner, Kardamomkapseln, Sternanis und Pfeffer. Nicht auf dem Bild: Zitronensäure, die gibt es in Coop Supermärkten bei den Backartikeln.

Das weitere Vorgehen ist recht einfach: Zuerst stellt man einen Zuckersirup her. Dann kocht man alle Zutaten in Wasser auf, lässt alles über Nacht im Kühlschrank ziehen.

Fast fertig. Jetzt muss das Tonic Water abkühlen und über Nacht im Kühlschrank ziehen.

Am nächsten Tag siebt man das Ganze mehrmals, bis die Flüssigkeit klar ist, mischt den Zuckersirup darunter und erhält einen Tonic-Water-Sirup, die Basis fürs Tonic Water.

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Zum Trinken mischt man den Tonic-Water-Sirup zu gleichen Teilen mit Mineralwasser. Und wer will, kann natürlich auch nach Belieben Gin und Eiswürfel daruntermischen. Prost!

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Das ganze Rezept könnt ihr hier herunterladen.

Hausgemachtes Tonic Water

Übrigens mit Tonic Water kann man noch viele andere tolle Sachen zubereiten. Coole Rezeptideen findet ihr in der aktuellen Ausgabe der Betty Bossi Zeitung.