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Frühstücken oder nicht frühstücken?

Zwanzig Jahre sass mir meine Mutter mit ihrer Predigt im Nacken: „Iss ein ordentliches Frühstück!“. Dann zog ich aus und konnte endlich morgens in Ruhe essen was ich will: nämlich nichts.

So wie mir geht es vielen. Einige haben morgens einfach noch nicht so Appetit, andere wollen sich die Kalorien lieber für später aufsparen und dann gibt es noch jene, denen die Zeit fürs Frühstücken einfach zu schade ist. Bei mir ist es eine Kombination von allem.

Irgendwie hatte ich immer ein bisschen ein schlechtes Gewissen, wenn ich darüber nachdachte, denn überall kann man lesen: „Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages“, „wer nicht frühstückt, nimmt zu“, „wer frühstückt, kurbelt den Stoffwechsel an und verbrennt mehr Kalorien“, und andere verunsichernde Sachen. Ob meine Mutter vielleicht doch recht hatte?

Dr. James Betts, Professor für Ernährung, Stoffwechsel und Statistik an der britischen University of Baths, hat sich in aktuellen Studien mit dem Thema Frühstück befasst. Hier seine Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Isst man mehr, wenn man das Frühstück auslässt?

Wenn das Frühstück wegfällt, wird das Gehirn sensibler auf süsse und fettige Nahrungsmittel, und manche essen am Mittag dann tatsächlich mehr. Dennoch nimmt man insgesamt in der Regel immer noch weniger Kalorien auf, als wenn man gefrühstückt hätte.

Nimmt man zu, wenn man nicht frühstückt?

Der Verzicht aufs Frühstück wird immer wieder mit einer Gewichtszunahme in Zusammenhang gebracht, einen wissenschaftlichen Beweis dafür konnte aber nie erbracht werden.

Kurbelt das Frühstück den Stoffwechsel an?

Bei der Verdauung muss für die Aufspaltung, den Transport, die Umwandlung und Speicherung der Nährstoffe Energie aufgewendet werden. So wird ein Teil der aufgenommenen Energie sofort wieder verbraucht und erhöht den Grundumsatz für mehrere Stunden. Darum, ja, ein Frühstück kurbelt den Stoffwechsel an. Dieser Effekt ist morgens auch deutlicher als abends. Aber wer jetzt meint, die Energie vom Frühstück einfach wieder „verbrennen“ zu können, hat ein Problem. Denn nur etwa 10 Prozent davon werden auf diese Weise wieder verbraucht. Ein höherer Eiweissanteil im Frühstück kann diesen Wert zwar noch steigern, aber selbst an seinem höchsten Punkt beträgt er nicht mehr als 15  Prozent.

Interessant ist allerdings, dass Leute, die frühstücken, mehr Energie durch körperliche Aktivität verbrauchen, vor allem am Morgen. Es könnte also sein, dass wer aufs Frühstück verzichtet, auch weniger Energie hat, und so seine körperliche Aktivität unbewusst reduziert.

Soll man nun also frühstücken oder nicht? Die richtige Antwort gibt es nicht. Betts rät deshalb, auf sein Bauchgefühl zu hören. Wer morgens Hunger hat, sollte etwas essen. Wer morgens keinen Hunger hat – und das gilt vor allem für Übergewichtige – sollte nicht nur deshalb frühstücken, weil er denkt, man müsse grundsätzlich frühstücken.

Ich halte es nach wie vor so: Unter der Woche kein Frühstück, am Wochenende ein ausgedehnter Brunch, der bis zum Abend ausreicht. Wer jetzt Lust auf Brunch bekommen hat, findet hier ein paar leckere Rezepte.

 

 

 

 

 

 

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Omeletten und Rührei im Raclette-Öfeli

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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