Foie gras schlemmen

Jedes Jahr über die Festtage findet man Gänsestopfleber in zahlreichen Rezepten in Food-Magazinen (und übrigens auch auf Speisekarten), vor allem in französischen Publikationen geht es kaum ohne, aber durchaus auch in deutschsprachigen Gourmet-Postillen ist die Fettleber immer häufiger zu finden. Zugegeben, ich hätte Gänseleber ja gern, aber

da der Kopf und das Tiermitgefühl mitessen, ist Stopfleber für mich schon lange ein Tabu. Ich kann mir nämlich selbst bei den Produkten, die als „garantiert ungestopft“ verkauft werden, nicht vorstellen, dass ein Tier sich freiwillig eine krank- und schmerzhafte Fettleber anfuttert.

Bei meinen vorweihnächtlichen Einkaufsstreifzügen bin ich über ein Produkt gestolpert, das ich bis anhin noch nicht gekannt habe: Noix gras. Das ist kein Tippfehler! Sondern eine vegetarische Alternative zu dem tierquälerisch erzeugten Massenprodukt Foie gras. Der Sternekoch Tobias Buholzer hat dieses Produkt ausgetüftelt, das in Geschmack und Konsistenz dem Original sehr nahe kommen soll, aber eben, rein vegi und damit natürlich auch tierfreundlich ist.

 

 

 

 

 

Die falsche Foie gras im Töpfchen von 150 g.

Die falsche Foie gras im Töpfchen von 150 g.

Ich war gespannt, wie die falsche „Foie gras“ schmecken wird. Ich wollte sie eigentlich ganz klassisch mit (getoasteten) Brioche-Scheiben und einem Frucht-Chutney servieren. Davon wurde mir aber abgeraten, da das Produkt, bestehend aus pflanzlichen Fetten und Nüssen, selbst schon ziemlich fett sei, ich soll darum besser ein weniger fettes Baguette dazu servieren. Leider hatte unser Bäcker kein Baguette mehr, ich musste für meinen Versuch Büürli-Brot verwenden.

Die Konsistenz der Noix gras ist seidig-weich und schön cremig, das Aroma sehr angenehm und kommt dem Original erstaunlich nahe; es ist ein tolles Ersatzprodukt, auch wenn es das Original nicht ganz erreicht.

Ich habe die getoasteten Brotscheiben mit Noix gras belegt, mit wenig Maldon Sea Salt bestreut und ein Apfel-Chutney dazu serviert.

 

Zu dieser feinen Vorspeise passt ein roter Portwein hervorragend.

Zu dieser feinen Vorspeise passt ein roter Portwein hervorragend.

Fazit

Ich darf also wieder „Gänseleber“ essen, und es macht auch wieder Spass, sofern sie eben vegetarisch ist! Das Produkt ist allerdings nicht ganz günstig mit ca. 40 Franken für 150 g. Aber für eine feine Vorspeise für spezielle Momente ist es eine Entdeckung. Und mit einem nur leicht getoasteten Baguette hätte es uns noch besser geschmeckt.

Und daraus besteht Noix gras

Pflanzliche Fette (Kokosfett, Kakaobutter), Nüsse (Cashewnüsse, Pinienkerne), Wasser, Eier, Spirituosen, Steinpilze, Gewürze. Bei höchstens 6 Grad aufbewahren und gut eine Stunde vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen.

Bevor ihr jetzt selber zu tüfteln beginnt: Tobias Buholzer, der sich immerhin einen Guide Michelin Stern und 16 Gault Millault Punkte im Restaurant Münsterhof in Zürich erkocht hat, soll jahrelang an der Rezeptur getüftelt haben. Da ist es wohl doch schneller und einfacher, Noix gras zu kaufen.

Erhältlich ist Noix gras in grösseren Marinello-Geschäften oder im Online-Shop Genusshaus.