Blitz-Sushi für Faule: Chirashi

Wie ihr sicher längst bemerkt habt, liebe Ich japanisches Essen, ganz speziell Sushi. Nur hab ich meist nicht die Zeit und den Nerv, liebevoll die Rollen, Röllchen und Klösschen zu basteln, das dauert mir einfach zu lang, und so schön wie bei den Profis sehen sie dann auch nicht aus. Aber ich habe eine super Abkürzung gefunden, sodass

Sushi in dieser vereinfachten Form bei uns jetzt immer mal wieder auf den Tisch kommt. Chirashi heisst diese Form von Sushi, übersetzt bedeutet das etwa Streu-Sushi. Diese Zubereitungsform habe ich zum ersten Mal im Picnic entdeckt, mittlerweile findet man sie auch in weiteren Sushi-Restaurants. Chirashi ist keine westliche Erfindung, in japanischen Haushalten ist es nämlich üblich, Streu-Sushi zu servieren, auch da scheint man weder die Zeit noch den Nerv zu haben, Nigiri und Maki selber zu machen. Die praktisch veranlagte japanische Hausfrau hat ihre Sushi also defragmentiert und richtet sie einfach in einer Schüssel oder auf einer Platte an, unten den Sushi-Reis, darauf alle Zutaten, die man in und auf den klassischen Sushi findet.

Es gibt unzählige Varianten von Chirashi, denn ihr könnt wirklich alles nehmen, was ihr mögt, sogar gebratene Poulet- oder Fleischwürfel, fein geschnittenes Gemüse oder eben Sashimi, rohen Fisch, diese Variante ist vor allem rund um Tokio beliebt. Auch vegetarische Varianten sind natürlich möglich.

Traditionell wird der Reis wie Sushi-Reis zubereitet, d.h. also mit Reisessig, Zucker und Salz. Der Reis wird ausgekühlt verwendet. Wenn ich Zeit habe, mache ich es so, wenn es eilt, koche ich einfach japanischen Reis, verteile ihn in die Schüsseln und während ich die restlichen Zutaten vorbereite, kühlt er genügend aus.

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Für 2 Personen habe ich eine halbe Portion des Sushi-Reis-Rezeptes oben gekocht.

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Für mein Chirashi habe ich genommen (im Uhrzeigersinn): Shiso-Kresse, Sepia, Lachs, Tintenfisch, Crevetten, Thunfisch; insgesamt 100 – 150 g pro Person.

 

Zutaten für Chirashi

Zum Belegen des Reises könnt ihr eigentlich alles nehmen, was ihr von Sushi her kennt oder was ihr sonst mögt.

  • Gemüse: (Frühlingszwiebeln (in Ringen), Sprossen, Rüebli (in Streifen), Jungspinat (roh oder gedämpft), Mungbohnensprossen, Algenstreifen (Nori oder Wakame), Avocado (in Würfeln oder Scheiben), Schalotten (in Ringen), Ingwer (frisch oder eingelegt), in feinen Scheiben oder Stiften), Kresse, Shiso-Blätter)
  • Pilze (gedämpfte Champignons, Shiitake oder Enoki)
  • Fisch (Tuna, Lachs, Tintenfisch (gekocht), Sepia, Crevetten (gekocht), Jakobsmuscheln (gedämpft oder gebraten), Miesmuscheln (gekocht)
  • Fisch-Rogen (Seehase, Lachs und wer es ganz edel mag: Kaviar. Oder veganer Kaviar
  • Eier (hart gekocht, 2-3 Min. gekocht oder pochiert), Wachteleier (gekocht), feine Crêpe-Streifen
Onsen-Ei

Ganz stilecht, aber kein Blitz-Rezept: Onsen-Eier werden in der Schale im 64 Grad heissen Wasser ca. 45 Min. gegart. Eiweiss und Eigelb erhalten so eine angenehme, wachsartige Konsistenz.

 

Es gibt zwei Varianten, wie man Chirashi servieren kann:

Die Edel-Variante: Reis in Schalen aufhäufeln, Zutaten dekorativ darauf anrichten.

Die Blitz-Variante: Reis in Schalen geben, alle andern Zutaten in mundgerechte Stücke schneiden, mischen, auf dem Reis verteilen.

In japanischen Haushalten ist die Blitz-Variante die übliche, diese ist auch praktisch, wenn viele Leute am Tisch sitzen, für Verwöhnmomente eignet sich die Edel-Variante.

 

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Chirashi ist eine leichte Mahlzeit, die sich auch gut vorbereiten lässt.

 

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Ich habe für meine Variante auch noch Lachs-Rogen genommen, den mag ich besonders gern.

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Wie bei einem Sashimi könnt ihr Sojasauce und Wasabi dazu servieren. Auch eingelegte Ingwerscheiben passen.

 

Seid ihr auf den Geschmack gekommen? Chirashi ist wirklich super einfach und sehr lecker. Das Rezept für mein Lieblings-Chirashi verrate ich euch natürlich auch. Und hier findet ihr weitere 50 Chirashi-Ideen. Viel Spass beim Ausprobieren.