Wellness für Körper, Geist und Seele

Einst färbten diese unauffälligen Blümchen ganze Landstriche blau. Es handelt sich um Lein, eine der ältesten Kulturpflanzen: Seit der Jungsteinzeit begleitet sie die Menschen, ja sie soll sogar so etwas wie den Kulturkick

überhaupt ausgelöst haben. Wie vielfältig die bis vor kurzem etwas in Vergessenheit geratene Pflanze genutzt wurde und wird, ist erstaunlich.

Einst in der alten Welt allgegenwärtig, ist heute Kanada der grösste Produzent für Leinsaat, nur in einigen Regionen Deutschlands und Österreichs hat sich die Staude gehalten und geniesst ungebrochene Wertschätzung in Küche und Hausapotheke. Mittlerweile finden sich auch in der Schweiz wieder Leinfelder.

Für die Küche sind die Samen wichtig, Leinsamen fürs Müesli und für das wertvolle Leinöl, das ihr schon aus dem Budwig-Müesli im diesem Blog kennt.

 

 

Gesund und reich an Omega-3-Fettsäuren: Leinöl und Leinsamen. © Christian Jung - Fotolia.com.

Gesund und reich an Omega-3-Fettsäuren: Leinöl.
Bild: © Christian Jung – Fotolia.com.

Lange Zeit haben Sonnenblumen- und Olivenöl das Leinöl aus unseren Küchen verdrängt. Das ändert sich allmählich, denn heute weiss man, wie wertvoll das kaltgepresste Leinöl für die Gesundheit ist. Mit über 50% Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren gilt es heute sogar als wertvollere Quelle für Omega-3-Fettsäuren als Fisch. Hier einige der guten Eigenschaften von Leinöl:

  • schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • stärkt die Sehkraft
  • unterstützt das Denkvermögen
  • als Antioxidans schützt es die Körperzellen vor den negativen Einflüssen der freien Radikale
  • senkt den Cholesterinspiegel
  • stärkt das Immunsystem
  • wirkt Entzündungen entgegen
  • macht gute Laune

Kurz: Leinöl ist ein wahrer Jungbrunnen, da viele Prozesse im Körper besser ablaufen, wenn ausreichend dieser gesunden Fette anwesend sind. Schon ein Esslöffel pro Tag und Person wirkt sich spürbar aufs Wohlbefinden aus.

Tipps zu Leinöl

  • Zum Kennenlernen besser eine kleine Flasche kaufen, da das Öl rasch oxidiert.
  • Einmal geöffnete Flasche unbedingt im Kühlschrank aufbewahren.
  • Das Öl nie erhitzen! Nur für die kalte Küche verwenden oder vor dem Servieren über gekochtes Gemüse träufeln.
  • Ein hochwertiges Öl wird bei tiefen Temperaturen (etwa bei 35 Grad) gepresst (höhere Temperaturen verursachen unangenehme Bitterstoffe, die dann chemisch entfernt werden, Etikettvermerk „entbittert“).
  • Sehr fein finde ich das Leinöl von Demeter mit seinem zart-nussigen Geschmack, es hat zudem den Vorteil, dass in einem Gebinde vier kleine Flaschen enthalten sind. Erhältlich in Reformhäusern.

Erfreulicherweise gibt es auch in der Schweiz wieder Produzenten, die Lein selber anbauen und sorgfältig pressen:

Pflanzenöl.ch AG

Biofarm

Prädikat äusserst nützlich

Lein gehört zur Gattung der Leingewächse (Linaceae), wichtig für die Kultur ist primär der Gemeine Flachs bzw. der Gemeine Lein (Linum usitatissiumum, „der äusserst nützliche Lein“). Denn nicht nur für die Ernährung, für viele andere Lebensbereiche war Lein wichtig. Die Stängel wurden aufwändig bearbeitet und zu Leinen gesponnen. Je nach Feinheit bzw. Robustheit der Gewebe dienten sie als Kleidung, Tisch- oder Bettwäsche, Segel oder Leinwände zum Malen; die Künstler mischten ihre Farbpigmente mit Leinöl, schliesslich wurden die Bilder zum Schutz mit Leinölfirnis versiegelt. Auch im Wohnbereich war der Lein anzutreffen: Als Bodenbelag (Linoleum) sowie als Schutz für Holz vor Witterungsschäden (Leinöl, hier muss es nicht unbedingt die teuerste Qualität sein).

Facelifting nach dem Winter: Leinöl frischt Garten- und Balkon-Holzmöbel auf. Bild:  © TwilightArtPictures - Fotolia.com.

Facelifting nach dem Winter: Leinöl frischt Garten- und Balkon-Holzmöbel auf. Bild: © TwilightArtPictures – Fotolia.com.