Beauty Booster Bone Broth

Keine Angst, wir schreiben jetzt nicht plötzlich englisch, wir bleiben brav beim Deutsch. Aber heute möchte ich euch einen Trend vorstellen, der halt einmal mehr aus USA zu uns rüberschwappt, eben Bone Broth, also Knochenbrühe. Unsere Gross- und Urgrossmütter würden natürlich milde lächeln, denn die gute alte Knochenbrühe war mit grösster Selbstverständlichkeit ihr Stärkungsmittel für Kranke und Wöchnerinnen.

Im Zuge der Vegan-Bewegung kam so einiges in Verruf, was einst einmal geschmeckt hat und geschätzt worden ist. So war Knochen und Knorpel auskochen dann doch eher pfui… Igitt die Gelatine… Doch wie so oft, folgt auf den Trend der Gegentrend, und gerade eben entdeckt man nicht nur die gesundheitlichen Vorzüge von Omas Allzweck-Brühe neu. Schliesslich muss heute etwas ja nicht nur gesund sein, sondern eben auch die Schönheit maximieren. Wenn es dann auch noch schmeckt, auch ok.

Zudem mischt sich hier noch ein zweiter Trend ein: Souping is the new Juicing. Natürlich sind all die grünen, roten, orangen und gelben Säftchen immer noch gefragt, aber im Winter hat man eben doch auch gern einmal etwas Warmes im Bauch, und ab und an auch etwas zu beissen zwischen den Zähnen. Mir jedenfalls geht es so und anscheinend vielen Amerikanern auch.

So gibt es in NYC das äusserst erfolgreiche Brodo, das Brühe to go anbietet, in Portland die Broth Bar, die sich auf Brühe spezialisiert hat, auch in Los Angeles wird Knochenbrühe gebraut (selbst Gwyneth Paltrow akzeptiert in ihren Töpfen selbstgemachte Chicken Stock) und in Grossbritannien blubbern und brodeln die Töpfe der Hemsley Sisters mit Knochenbrühe.

Diesen Fleisch-Tee, wie er manchmal auch genannt wird, schlürfen nun die Gesundheits- und Schönheitsbewussten anstelle von Grüntee oder Kaffee, oft schon am frühen Morgen, angereichtert mit Ingwersaft, Chiliöl, Goji-Beeren und allen möglichen anderen Superfoods und Ingredienzen. Dieses Wellnesselixier ist reich an Proteinen, Kalzium, Phosphor, Magnesium, Gelatine und Kollagen, also ein wahrer Gesundheitscocktail, der nicht nur den Teint und die Cellulite glättet, sondern auch die Gelenke schmieren, die Knochen stärken, ja sogar Depressionen vertreiben und die Libido in Schwung bringen soll. Jaja, Omi wusste eben noch, was Sache ist…

 

 

Bone Broth Poulet gebraten

Am ersten Tag das leckere Poulet aus dem Ofen…

Bone Broth Carcassen

Wir witzelten „Poulet im Körbli“… die Resten von unserem Pouletschmaus sind die Grundlage meiner ersten selbstgemachten Hühnerbrühe.

 

 

 

Bone Broth Gemüse

Sellerie, Bundzwiebeln, die hellen Teile von einem Lauch, Rüebli, Petersilienstiele und Thymian kommen dazu.

Bone Broth Knoblauch

Etwas Knoblauch darfs auch noch sein, ich hab sie mit dem Gemüsemesser leicht zerdrückt. Und dann ein Schuss Apfelessig oder Weisswein, denn die Säure hilft, die gesunden Stoffe aus Knochen und Knorpel zu lösen.

Wir bereiten unsere Gemüsebrühe ja schon seit längerem selber zu. Und als der Liebste neulich ein wunderbares Poulet gebraten hat, war es an der Zeit, meine erste eigene Geflügelbrühe aus Karkassen zu köcheln. Und weil ich auch gleich noch eine zweite Variante aus Pouletteilen ausprobieren wollte, dampfte unser Suppentopf ein ganzes Weekend lang. Übrigens habe ich beim Einkaufen hoch erfreut Poulethälse entdeckt und zugegriffen, ganz im Sinne von nose2tail.

Bone Broth fertig Löffel liegend

Die dunkle Brühe rechts ist aus den Carcassen gekocht, die helle aus den Poulethälsen.

Die Brühe aus den Karkassen hat bei mir ihre dunkle Farbe auch dadurch erhalten, dass ich noch Brühe von einem Tafelspitz übrig hatte und den halt auch noch weiterverwendet habe, was das Geflügelaroma dann leider etwas übertönt hat. Auch bei der Gemüseration war ich in meinem ersten Versuch etwas gar grosszügig, auch hier gilt: Viel hilft nicht viel, es geht nur darum, Aromen in die Brühe zu bringen, übertreibt man es, dominieren die Aromen von Sellerie & Co. Mit der dunklen Geflügelbrühe habe ich dann am nächsten Tag Gerstensuppe gekocht, und die schmeckte wunderbar.

Bei den Zubereitungszeiten scheiden sich die Geister definitiv. Einge schwören darauf, ihre Brühen 24 Stunden und länger zu köcheln, Pauli, die Kochbibel der Schweiz, dageben lässt Geflügelbrühe nur 1,5-2 Stunden, Rinderbrühe 3 Stunden köcheln, da sich bei längerem Kochen seiner Ansicht nach unangenehm schmeckende Leimstoffe lösen. Ich habe meine Geflügelbrühen jeweils 5 Stunden geköchelt und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Zudem haben mir einige Köche mit viel Küchenerfahrung gesagt, dass sie Knochenbrühen jeweils 4-5 Stunden auf dem Herd haben. Was euch am besten schmeckt, müsst ihr wohl selber herausfinden, ich werde bei meinen 4-5 Stunden bleiben.

Die abgesiebte Brühe könnt ihr, wenn sie erkaltet ist, nach Belieben entfetten, dann in Portionenschalen umfüllen und tiefkühlen, so habt ihr immer einen schönen Vorrat an selbstgemachter Brühe, super lecker für Suppen, Saucen, Risotto und vieles mehr.

Und hier gehts zum Rezept selbstgemachte Geflügelbrühe aus Karkassen mit der Variante Geflügeflügelbrühe aus Poulethälsen. Viel Spass beim Nachköcheln!