Bánh mì – essen wie auf den Strassen Vietnams

Wenn man über vietnamesische Küche spricht, denkt man meistens zuerst an Frühlingsrollen, vielleicht noch an Nudelsuppen, und dann ziemlich schnell an all die gruseligen Sachen, die man in Vietnam anscheinend so isst und trinkt – ihr wisst schon, Hundefleisch, Insekten, Schlangenschnaps und sowas.Tatsächlich gibt es in Vietnam kaum Tabus beim Essen, alle geniessbaren Pflanzen, Tiere und Fische werden auch verwendet – eine Tradition, die sich in den langen Kriegsjahren und schweren Notzeiten gebildet und bis heute gehalten hat.

Trotz aller Exotik hat die vietnamesische Küche aber auch viele vertraute Seiten. Mehr als hundert Jahre stand Vietnam unter französischer Kolonialherrschaft; neben China hat daher auch Frankreich die vietnamesische Küche beeinflusst. Von den Chinesen haben die Vietnamesen den Wok, das Essen mit Stäbchen und das Zerkleinern der Speisen in mundgerechte Häppchen übernommen. Von den Franzosen stammen viele Fachausdrücke in der Küche sowie Spezialitäten wie Baguette, Croissant, Crème brûlée, Consommé, Kaffee oder „La vache qui rit“, der bekannte französische Schmelzkäse.

In den letzten Jahren hat eine vietnamesische Spezialität mit französischem Einfluss auch über die Grenzen Vietnams von sich reden gemacht: das Bánh mì. Bánh mì ist eigentlich der vietnamesische Begriff für Brote aller Art. Da Baguette jedoch das am weitesten verbreitete Brot ist, ist Bánh mì zum Synonym dafür geworden. Man versteht darunter aber auch ein vietnamesisches Sandwich, das mit den verschiedenartigsten Zutaten aus der französichen und vietnamesischen Küche gefüllt wird. Zu den charakteristischen Zutaten gehören Fleisch, asiatisch eingelegtes Gemüse, Mayonnaise, viele Kräuter und Gewürze, Chili und natürlich immer auch ein paar gut gehütete Geheimzutaten.

Was macht ein gutes Bánh mì aus?

Auch Marco Zaugg, Rezeptautor bei Betty Bossi und Mitbegründer von Banhmi Kitchen will sein Spezialrezept nicht preisgeben. In einem gewöhnlichen Haushalt sei es ohnehin nicht so einfach nachzumachen. Schliesslich verwendet er für sein Classic Bánh mì dünn aufgeschnittenes Beef Brisket, das mit einer besonderen Gewürzmischung gewürzt und während 30 Stunden sous-vide gegart wird.

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Wenn man Foodblogger nach dem Trend des letzten Jahres fragt, könnten sie durchaus „Bánh mì“ sagen. Bild: bilderküche.ch.

Für den Hausgebrauch empfiehlt Marco folgende Zutaten für ein köstliches Bánh mì, das dem seinen immerhin recht nahe kommt:

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So sieht ein Bánh mì von innen aus. Bild: bilderküche.ch

  • Baguette
  • Ingwer-Knoblauch-Mayonnaise
  • Do Chua (vietnamesisch eingelegtes Gemüse, siehe Bild unten)
  • Gurke
  • Rindsplätzli, dünn geschnittenes Roastbeef oder Lyoner, gewürzt mit Five Spices
    (z.B. von McCormick, erhältlich im Coop)
  • Brunnenkresse und Koriander
  • scharfe Chilisauce (z.B. Hot Chili Sauce von THAI Kitchen, erhältlich im Coop)
  • helle (light) Sojasauce oder Maggi
  • evtl. etwas La Vache qui rit (Schmelzkäse)

 

Bild: Emily, Flickr, CC-BY-NC 2.0

Do Chua. Rezept: je 250 g Kohlrabi und Rüebli in ein Sieb geben, 1/2 EL Salz darüberstreuen, ca. 15 Min. stehen lassen, abspülen, abtropfen. 2 dl Weissweinessig, 1 dl Wasser und 3 EL Zucker verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Gemüse beigene, mischen, zugedeckt im Kühlschrank ca. 4 Std. ziehen lassen.
Bild: Emily, Flickr, CC-BY-NC 2.0)

Wer ein richtig gutes Bánh mì probieren möchte, findet die feinen Sandwiches auch am Stand von Banhmi Kitchen.

Banhmi Kitchen ist an vielen Streetfood-Festivals in der ganzen Schweiz mit einem eigenen Stand dabei.

Banhmi Kitchen ist an vielen Streetfood-Festivals in der ganzen Schweiz mit einem eigenen Stand dabei. Bild: bilderküche.ch.

 

Und wer Lust auf weitere vietnamesische Rezepte bekommen hat, der findet welche in der aktuellen Betty Bossi Zeitung.

 

 

In der August-Ausgabe der Betty Bossi Zeitung findet ihr weitere vietnamesische Rezepte.

In der August-Ausgabe der Betty Bossi Zeitung findet ihr weitere vietnamesische Rezepte.