Gebse mit Älplermagronen Titel

Älplermagronen: Gibs im Gäbsli

Seit Jahren steht ein Holzgefäss mit Salz neben meinem Herd. Das geliebte Teil ist nun leider kaputt und muss ersetzt werden, nur weiss ich gar nicht, wie das Gefäss richtig heisst und wonach ich suchen muss. Also, recherchieren…

Nach einigem Suchen und Stöbern finde ich heraus, dass das gesuchte Holzgefäss eine Gebse ist, in Dialekt Gäbse oder Gäbsli, Muttli oder Mutteli genannt. Hergestellt werden Gebsen auch heute noch von Weissküfern. Das traditionelle Handwerk wird vor allem noch in der Ostschweiz gepflegt, aber auch da gibt es nur noch wenige Handwerksbetriebe, die die aufwändige Herstellung dieser Holzgefässe weiter pflegen. Fündig geworden bin ich in Unterterzen bei der Weissküferei Gmür, einem Familienbetrieb, der in dritter Generation geführt wird.

altes Salzgefüss

Mein altes Salzgefäss: Viele Jahre im Einsatz, jetzt aber leider kaputt, es muss ersetzt werden.

Lindenkübeli

Eigenlich wollte ich eine richtige, originale Gebse, aber als ich dieses Lindenkübeli entdeckt habe, wars um mich geschehen, es steht jetzt zusammen mit dem Fänzlöffel neben meinem Herd.

Weissküfer stellen Holzgeräte für die Milchgewinnung und -verarbeitung her, ursprünglich wurden grosse Gebsen in Käsereien und in der Alpwirtschaft verwendet, kleinere in den Haushalten. Die Rohmilch wurde in Gebsen gegossen und stehen gelassen, bis sich der Rahm oben absetzte und für die Butterzubereitung abgeschöpft werden konnte. Die kleinen Gebsen dienten im Haushalt und auf der Alp aber auch als unzerbrechliches Essgeschirr.

Gebsen

Original-Gebsen mit Fänzlöffeln, es gibt Gebsen in verschiedenen Grössen und Ausführungen, oft werden sie auch mit Schnitzereien verziert, mir gefällt die schlichte, unverzierte Variante am besten.

Vielerorts werden Älplermagronen, aber auch andere Gerichte, auch heute noch ganz traditionell in der Gebse serviert. Und das ist nicht nur hübsch und nostalgisch, sondern hat auch ganz praktische Gründe: Das Holz isoliert gut, die Teigwaren und Kartoffeln bleiben länger warm und vor allem: Der Käse bleibt länger cremig-weich.

Ich habe mich verliebt in diese wunderbaren Holzgefässe! Hergestellt werden diese Gebsen aus Holz, das in der Region wächst – aus der Weymouth-Kiefer. Fünf lange Jahre muss das Holz gelagert und fachgerecht getrocknet werden, bis es verarbeitet werden kann! Die Bänder sind aus biegsamem Ahorn. Diese kleinen Kunstwerke sind einfach zu schön, ich musste sie einfach haben. Und als ich die Gebsen erhalten habe, gabs zur Einweihung, natürlich, Älplermagronen mit Röstzwiebeln und Apfelmus.

Älplermagronen mit Beilagen

Ob mit oder ohne Speckwürfeli: Die Älplermagronen schmecken aus dem Gebsli grad nochmal so gut, und tatsächlich, sie bleiben lange schön warm und der Käse cremig-weich.

Älplermagronen mit Apfelmus Älplermagronen close

 

 

Hier findet ihr mein Rezept für Älplermagronen mit Röstzwiebeln und Apfelmus.

Und hier findet ihr das Rezept der Familie Gmür für Älplermagronen – inklusive Pflegeanleitung für die Gebsen.

Habt ihr euch auch in diese hübschen Gebsen verguckt? Dann könnt ihr sie bei der Weissküferei Gmür in Unterterzen bestellen.

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